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Meine erste Mitteldistanz

  • sandra stigler
  • vor 16 Stunden
  • 6 Min. Lesezeit

Ich melde mich mal wieder zurück hier auf dem „Lazy“ Sandra Kanal.

Es gibt natürlich einen Grund dafür:

Meine erste Mitteldistanz…!!!

Hätte mir jemand vor 5 Jahren gesagt, dass ich mal 2k im Neo durch den See schwimme von Boje zu Boje mit hunderten Athleten, danach knapp 3h auf dem TT-Bike in Aeroposition durch Frankfurt schiesse und im Anschluss einen Halbmarathon bei über 30 Grad laufe, den hätte ich für absolut verrückt erklärt.

Aber das hab ich tatsächlich gemacht, und das ganze auch noch in einer echt guten Zeit für meine Verhältnisse.


Also von vorn:

Ich bin ja, wie ihr wisst seid einigen Jahren im Triathlonfieber, sowohl als aktive Athletin, als auch hinter den Kulissen, sei es im Athleten Management oder der Triathlon-Orga.

2022 bin ich mit einem kleinen Tryathlon in Samorin gestartet, bin über mehrere Sprintdistanzen bei der olympischen Distanz gelandet, einige Halbmarathon waren auch dabei und letztes Jahr sogar der Marathon in der Staffel in Roth.

Auch auf dem Podium stand ich das ein oder andere Mal, worauf ich sehr stolz bin.


Naja, es wurde nun Zeit den Schritt in Richtung einer längeren Distanz zu wagen.


Die Entscheidung viel mir nicht so schwer für den Frankfurt City Triathlon.

Denn einerseits kannte ich die Strecke schon zum Teil, andererseits hab ich dort einen Fanclub aus lieben Freunden.

Und nicht zu vergessen, die Schwimmstrecke ist mit 2k etwas länger, aber dafür sparte ich mir 10k auf der Bikestrecke (80 statt 90k)


Ok, da hab ich mich dann einfach mal angemeldet im Herbst 2025 für den 2. August 2026.


Schon im Winter fing die Vorbereitung an und startete meine Trainingspläne im Pushing Limits Club.

Daneben nahm ich an einen Laufcamp und einem Schwimmcamp im Playitas auf Fuerteventura teil und strampelte auf Teneriffa Richtung Teide.

Meine schwächste Disziplin, das Radfahren musste irgendwie verbessert werden.



Ich konnte mir aber bis kurz vor dem Wettkampf nicht vorstellen 80k auf dem Bike zu strampeln und danach noch einen Halbmarathon zu laufen…


Das Training wurde von Woche zu Woche umfangreicher, meist 9/10/11h pro Woche…das war teilweise schon recht hart..

Aber von nichts kommt nichts und Consistency is the key…oder wie war das…

Ja genau…das ist tatsächlich das wichtigste.

Ich konnte eigentlich durchgehend konsistent trainieren ohne Krankheit, ohne Verletzung. Dafür bin ich extrem dankbar.



Je näher aber der August kam, desto ungeheuer wurde mir das ganze.

Ende Mai finishte ich mit unserem Freund Holger aus London eine olympische Distanz auf Mallorca. Das fiel mir unglaublich schwer, keine Ahnung warum.

Daher wollte ich mich tatsächlich danach in Frankfurt ummelden auf die olympische Distanz. Ging aber (Gott sei Dank) nicht.

Somit lief das Training weiter und ich versuchte mein bestes, um gut vorbereitet an der Startlinie zu stehen.


Es gab sehr heisse Phasen mit über 35 Grad, da macht das Training gar kein Spass.

Somit sind wir zumindest einmal in die Berge ins Engadin geflüchtet und haben das mit einem Höhentraining verbunden. Kann ja nicht schaden mal den Lieblingstrainingsberg von Laura Philipp hochzustrampeln .



Ein Trinksystem musste her, die Ernährung musste trainiert werden…

Die langen Radeinheiten fielen mir besonders schwer.


Naja, der 2. August rückte immer näher.

Ich war extrem nervös und unsicher, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass ich das schaffe und 6h am Stück performe..


Am Freitag vor dem Wettkampf ging’s dann mit Sack und Pack und Rad mit dem Auto nach Frankfurt.

Das wurde eine Horrorfahrt, wir waren 6h unterwegs und standen gefühlt nur im Stau.

Egal…


Angekommen, eingecheckt, Startunterlagen bei der Hauptwache abgeholt und anschliessend zum Dinner beim Italiener mit unseren Freunden Silke und Sven.

Diese Ablenkung hat gut getan.



Am Samstag Morgen starten wir zum Check-in an den Langener Waldsee. Das war blöderweise anders als sonst. Man musste die letzten km mit dem Bike und den Beuteln zurücklegen.

Aber hat gut funktioniert.



Danach wieder Kohlenhydrate essen..das war echt heftig..ich konnte Nudeln, Reis, Brot nicht mehr sehen…


Am Abend ging’s (wieder) zum Italiener für den letzten Teller Pasta mit Tomatensauce..

Dann um 21 Uhr ins Bett, da der Wecker bereits um 4:00 klingelte am Sonntag Morgen.

Ich konnte tatsächlich 2-3h schlafen bevor ich mir morgens um 4:00 wieder unendlich grosse Stücke süsses Brot reinschaufeln musste..

Um 4:45 ging’s zur Bushaltestelle an der Grossen Gallusstrasse und dann auf zum Langener Waldsee.

Ich war soooo aufgeregt.



In die Wechselzone, schauen ob mit dem Bike alles ok ist, ob alle Beutel noch da sind, letzte Banane essen, Alibi-Aufwärmübungen, anstehen am ToiToi, Neo an und dann ging’s auch schon zum Schwimmstart..



Auf einmal ruft es hinter mir „Hallo Sandra“

da stand Ernst, ein alter Freund von meinem Mann.

Das hat mich irgendwie abgelenkt und beruhigt.

War auch erst seine 2. Mitteldistanz. Im Endeffekt bin ich tatsächlich schneller geschwommen und gelaufen als er...aber auf dem Rad ist er an mir vorbeigebraust.



Und los gings in den Langener Waldsee..

Schwimm, schwimm, schwimm …die 2k kamen mir ewig vor.

Die Bojen kamen immer nur sehr langsam näher..

Auf einmal gab’s einen Schlag auf meinen Fuss, war aber noch auszuhalten..

Dann nach knapp 45 min hatte ich wieder Sand unter den Füssen, puhhh die erste Disziplin geschafft.



War recht anstrengend und langwierig.

Egal, in die Wechselzone, den richtigen Beutel schnappen und erstmal kurz hinsetzen.

Neo aus, Füsse kurz abtrocknen, Socken an (Ich hab zu dem Zeitpunkt nicht gesehen, dass mir beim Schlag auf den Fuss der halbe Zehnagel eingerissen wurde…)

Radschuhe, Helm, Brille…und los gings zum Bike und auf die 80k Radstrecke.



Ich muss sagen, das lief zunächst echt gut und zügig.

Ich hatte mir vorgenommen in einem 28/29 Schnitt zu fahren, bin aber tatsächlich die ersten km die B44 Richtung Frankfurt City über 30 unterwegs gewesen.

Da stand doch tatsächlich meine Freundin Alex an der Stresemannallee und feuert mich an um 8:00 Uhr morgens…das hat mich mega gefreut.

Somit gingen die ersten 20km recht schnell vorbei..Ich dachte super, schon 1/4 der Radstrecke geschafft...



Da kam irgendwann Ernst und überholte mich..😊


Auf einmal musste ich dringend Pipi…

Das war nicht so trivial, ich musste erstmal schauen, wo überhaupt Toi Tois standen...

Das war im Bereich der Verpflegungsstelle auf der Schwanheimer Brücke.

Ok, somit langsam anfahren, schauen dass mir niemand die Trinkflasche vor die Füsse schmeisst, den nassen Trisuit ausziehen, und wieder anziehen und dann schauen dass ich einfädeln konnte in den Radverkehr.

Hat geklappt, aber natürlich ein paar Minuten verloren.

Bis km 50/55 ging alles recht gut, dann wurde es so langsam schwerer und mühsamer…vor allem immer wieder auf der City Mainseite, da hatte es Gegenwind.

Irgendwann dachte ich, wie soll ich danach noch 20km laufen???

Naja, strampel, strampel, trinken, essen, strampel, strampel, an der Friedensbrücke stand immer Marcus und feuerte mich an. Das war motivierend, vor allem als er rief, Sandra nur noch eine Runde dann Richtung Ziel.



Nach ca. 2:40 durfte ich nach 80k endlich vom Bike steigen und durch die Wechselzone 2 laufen zum Beutel mit den Laufsachen.



Ok, 4 Gels eingesteckt und dann ging’s auf die Laufstrecke.

Direkt beim Radabstieg standen meine Freunde Alex und Stefan und nach nur wenigen Minuten war auch Marcus an der Strecke zum Anfeuern.



Das hat mich wirklich gepusht.

Die erste Runde von 4 ging echt gut und ich musste mich zügeln nicht zu schnell zu laufen.

Das hätte ich nicht gedacht, denn insgesamt war ich da schon knapp 4h unterwegs.

Die Stimmung entlang der Laufstrecke war wirklich sensationell!

Gefühlt rief jede/r meinen Namen und motivierte mich..

Nach 10km wurden die Beine dennoch sehr schwer und die Knie meldeten sich auch mal, dass es jetzt eigentlich genug wäre.

Somit wurde die 3. Runde echt mühsam, aber nie so, dass ich dachte, ich muss aufhören.

Denn immer 2 mal pro Runde wurde ich wieder besonders gepusht von meinen Fans.

Ab Runde 2 waren auch Silke, Sven mit Amy, dem Vislar da, zum Anfeuern.



Kilometer 16...da wusste ich, ich schaffe das tatsächlich und wurde etwas emotional.

Als ich dann nur noch 2 km hatte und auf die Zeil abgebogen bin, konnte ich es nicht fassen, dass ich jetzt wirklich meine erste Mitteldistanz schaffe und das in einer echt tollen Zeit. Ich lief immer unter einer Pace von 6k/h und wurde sogar schneller von km zu km.

Überglücklich, emotional und total erleichtert und stolz sprang ich durch die Finishline wo ich von meinen Freunden und Marcus freudenstrahlend empfangen wurde.




Was für ein schönes Erlebnis.

Es war hart, sowohl im Training, als auch im Wettkampf und ich überlegte doch das ein oder andere Mal, ob ich das wirklich machen soll, bzw ob ich das wirklich schaffe..

Aber das Glücksgefühl, wenn man belohnt wird für all die Arbeit und das Durchhaltevermögen ist sooo viel Wert.


Danke an Marcus, der oft meine Laune im Training und die Nervosität ertragen musste bis kurz vorm Start und danke an unsere Freunde, fürs anfeuern und am Tracker mitfieberten. Das hat mir sehr geholfen.


Nach dem Zieleinlauf und ersten Finisher Fotos gabs erstmal ein Drink mit Alex und Stefan und was zum Essen (denn ausser den 10 Zuckergels, die ich echt gut vertragen habe, hatte ich nicht viel im Magen)



Erst beim Ausziehen der Laufschuhe und Socken hab ich dann den blutigen Zeh und eingerissenen Nagel realisiert, daneben ein paar Schürfungen am Hals und an den Beinen vom Trisuit…aber alles halb so schlimm..

duschen, Bike Checkout und Beutel abholen.

Am Abend haben uns Silke und Sven in deren Garten zum Grillen eingeladen.

Das war ein toller Abschluss des erlebnisreichen und aufregenden Tages.


Mal schauen, ob ich das nochmal mache..aber eigentlich möchte ich schon mal noch durch eine Ironman-Finishline laufen..🤣😉

Stay tuned!

 
 
 

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